Substitutionseffekt von AT-III- und PPSB-Konzentraten bei Patienten mit terminaler Leberinsuffizienz
- 1 March 1994
- journal article
- research article
- Published by Springer Nature in Der Anaesthesist
- Vol. 43 (3) , 178-182
- https://doi.org/10.1007/s001010050046
Abstract
Die Validität der klinischen Anhaltsregel, mit der Substitution von 0,5 bis 1,0 E pro kg Körpergewicht die Aktivität eines Gerinnungsfaktors bzw. -inhibitors um 1% steigern zu können, wurde für ein PPSB-Konzentrat sowie für ein Antithrombin III (AT-III)-Konzentrat an 51 erwachsenen Patienten mit terminaler Leberinsuffizienz geprüft. Die Substitution wurde im Rahmen der OP-Vorbereitung zur orthotopen Lebertransplantation durchgeführt und Quickwerte (%) und AT-III-Aktivität (%) wurden vor und nach Substitution bestimmt. Bei den 37 mit AT III substituierten Patienten (mittlere Substitutionsdosis 2616 E±207 SD) wiesen 27 ein chronisches Leberversagen auf (CLV-Gruppe, histologisch gesicherte Leberzirrhose), 10 zeigten ein akutes Leberversagen (ALV-Gruppe). Im Mittel waren in der CLV-Gruppe 0,8 E (±0,2 SEM) AT-III-Konzentrat und in der ALV-Gruppe 1,5 E (±0,2 SEM) AT-III-Konzentrat erforderlich (*p<0,05), um die AT-III-Aktivität um 1% pro kg Körpergewicht anzuheben. Bei den 14 mit PPSB substituierten Patienten betrug die mittlere Substitutionsdosis 2304 E (±289 SD), und es waren im Mittel 1,6 E PPSB (±0,4 SEM) pro kg Körpergewicht zur Steigerung des Quickwerts um 1% erforderlich. Als Ursache der erhöhten Substitutionserfordernis für PPSB und AT III bei Patienten mit terminaler Leberinsuffizienz kommen ein vergrößertes Verteilungsvolumen und ein erhöhter Umsatz und Verbrauch in Betracht.Keywords
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