Eigenschaft und Häufigkeit kortikaler Linsentrübung im Frühstadium (Die „Reykjavik Eye Study” in Island)123

Abstract
Hintergrund In der Bevölkerung von Reykjavik, Island, ist eine epidemiologische Kataraktstudie durchgeführt worden zur Untersuchung der Charakteristika der Lokalisation und Häufigkeit von kortikaler Linsentrübung im Bereich der dilatierten Pupille. Material und Methoden Aus den nach dem Stichprobenverfahren ausgewählten 1045 Personen sind die rechten Augen von 277 Personen mit milder kortikaler Linsentrübung (Grad I) für unsere Studie ausgewählt worden. Die Lokalisation kortikaler Katarakte wurde mit Hilfe von digital aufgezeichneten Retroilluminationsbildern der Linse untersucht. Dafür wurde die Linse in 56 Kreis- und Radialabschnitte aufgeteilt und der Prozentanteil jedes getrübten Abschnittes berechnet. Mit einem Fragebogen wurde bestimmt, wie viele Stunden werktags draußen zu welcher Tageszeit verbracht worden sind und ob die Teilnehmer eine Brille, eine Sonnenbrille oder einen Hut draußen getragen haben. Ergebnisse Der Anteil kortikaler Trübungen ist bedeutend höher in dem unteren nasalen Quadranten als in allen anderen Quadranten (p < 0,05). Weiterhin ist der prozentuale Anteil der Trübungen im unteren nasalen Quadranten höher bei Teilnehmern, die sich werktags täglich länger draußen aufhielten als bei denen, die eine kürzere Zeit draußen verbracht haben (p < 0,05). Bei denjenigen, die im Alter von 20 - 40 Jahren werktags draußen bei einem Aufenthalt von mehr als einer halben Stunde eine Sonnenbrille trugen, war der Trübungsanteil in allen Quadranten niedriger und statistisch signifikant niedriger im oberen temporalen Quadranten (p < 0,05), verglichen mit denen, die gewöhnlich keine Sonnenbrille trugen. Schlussfolgerung Dies führt zu der Annahme, dass das Tragen einer Sonnenbrille die Entstehung und/oder Weiterentwicklung einer kortikalen Katarakt verhindern kann. Background The frequency and characteristics of cortical cataract localization within a dilated pupillary area were investigated in a population-based cataract epidemiological survey performed in the city of Reykjavik in Iceland. Materials and Methods Among 1045 randomly selected individuals, the right eyes of 277 persons with mild cortical lens opacification (Grade I) were selected for our study. The localization of cortical cataracts was examined using retroillumination images, which were divided into 56 circular and radial sections, and calculations were made of the percentages for each opacified area. A questionnaire was used to record the number of hours spent outdoors during week days, the time of the day and whether the subjects wore spectacles, sunglasses or hats when outside. Results The percentage of cortical opacification was significantly higher in the lower nasal quadrant than in all other quadrants (p < 0.05). Furthermore, the percentage of opacification localized in the lower nasal quadrant was higher in individuals with a longer history of outdoor activity than those without (p < 0.05). The percentage of opacification in individuals, who have had the habit of wearing sunglasses for outdoor activities lasting longer than half an hour during weekdays in their 20's and 30's was lower in all quadrants and statistically significantly lower in the upper temporal quadrant (p < 0.05) compared to those not wearing sunglasses. Conclusion This suggests that wearing sunglasses is effective in preventing the development and/or progression of cortical cataracts. 01 Manuskript erstmalig eingereicht am 24. 6. 00 und in der vorliegenden Form angenommen am 29. 11. 00. 02 Mit Unterstützung der Stiftung zur Globalen Umweltforschung, Japan. 03 Herrn Prof. Dr. med. h.c. Otto Hockwin zum 75. Geburtstag gewidmet.

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