Erniedrigung des Biotins als möglicher Faktor im Wirkmechanismus von Antiepileptika

Abstract
Bei über 80% von 117 antikonvulsiv behandelten Patienten wurde eine Erniedrigung des Biotin-Spiegels im Plasma gefunden. Signifikante negative Korrelationen zeigten sich zur durchschnittlichen Tagesdosis und zur Gesamtmenge der eingenommenen Antiepileptika sowie zum Diphenylhydantoin-Spiegel im Plasma. Es erscheint möglich, daß die Verminderung des in carboxylierenden Enzymen vorhandenen Biotins ein wesentlicher Faktor im Wirkmechanismus von Antiepileptika sein könnte; in Frage kämen hierbei in erster Linie eine Akkumulation von CO2 oder eine Erniedrigung des Aspartats im Hirngewebe. Darüber hinaus sind einige bekannte Nebenwirkungen von Antikonvulsiva wie zerebelläre Störungen und Dermatitiden eventuell durch die Senkung des Biotin-Spiegels bedingt. In unserem Krankengut waren die Biotin-Spiegel der Patienten mit zerebellären Störungen signifikant niedriger als die der übrigen Epileptiker. Of 117 patients treated with anticonvulsants reduced plasma biotin levels were found in over 80% of cases. Significant negative correlations with the average daily dose and the total amount of anticonvulsants as well as with the plasma phenytoin level were also evident. It is proposed that the lowering of biotin—which is a co-factor of the carboxylating enzyme system—is an important mechanism in mode of action of anticonvulsants. Reduced biotin levels possibly lead to an accumulation of carbon dioxide or a diminution of aspartate in brain tissue. Low biotin levels may also be the cause of some well known side effects of anticonvulsants such as cerebellar disturbances and dermatitis. In comparison to the other epileptics the patients with cerebellar symptoms showed significantly lowered plasma biotin levels.