Die Endokarditis durch opportunistische Coryne- und Lactobakterien
- 1 November 1973
- journal article
- Published by Georg Thieme Verlag KG in Deutsche Medizinische Wochenschrift (1946)
- Vol. 98 (47) , 2239-2242
- https://doi.org/10.1055/s-0028-1107231
Abstract
Bei einem sechsjährigen Mädchen hatte sich bei kongenitalem Herzfehler im Anschluß an eine Zahnextraktion eine Sepsis durch Lactobacillus casei rhamnosus entwickelt, die, wie wir annehmen, ihren Ausgangsherd in einer Endokarditis oder im Bereich des Endothels der großen Arterien hatte. Mit mehrwöchiger antibiotischer Therapie, anfangs mit Ampicillin und Oxacillin, danach mit Carbenicillin, schließlich mit Cefalexin, konnte das septische Krankheitsbild zunächst beherrscht werden. Ein Rezidiv machte jedoch eine erneute, hochdosierte Therapie mit Penicillin G erforderlich. Nach den bisherigen Erfahrungen darf nunmehr als gesichert gelten, daß bei Beeinträchtigung der allgemeinen oder örtlichen Abwehrlage sogenannte apathogene Lacto- und Corynebakterien in den Kreislauf gelangen und eine Endokarditis hervorrufen können. Betroffen sind vor allem Patienten, bei denen bereits eine Herzschädigung besteht. Daher sollte auch nach Herzoperationen eine gezielte antibiotische Behandlung in ausreichend hoher Dosierung vorgenommen werden, um das Angehen derartiger opportunistischer Bakterien zu verhindern. Following a tooth extraction septicaemia caused by Lactobacillus casei rhamnosus developed in a six-year-old girl with congenital heart disease. The septicaemia was thought to have had its focus in an endocarditis or within the endothelia of the great arteries. After antibiotic treatment over several weeks, at first with ampicillin and oxacillin, followed by carbenicillin and finally cefalexin, the septicaemia was at first controlled, but a recurrence required renewed treatment with penicillin G in high doses. It is generally accepted that impairment of general or local resistance can allow so-called apathogenic lactobacilli and diphtheroids to gain access to the circulation and cause endocarditis. Patients who already have cardiac damage are predominantly affected. Selective antibiotic treatment in sufficiently high doses should be undertaken after cardiac operations in order to prevent infections by such »opportunistic« bacteria.Keywords
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