Durch Röntgenstrahlen induzierte Entwicklungsstörungen bei Kaninchenembryonen

Abstract
Es wird über weitere tierexperimentelle Versuche einer phasen-spezifischen Beeinflussung der frühen Embryonalentwicklung bei Kaninchen berichtet. Einmalige Röntgenbestrahlung (Hautdosis 250 r) des trächtigen, ringsum abgeschirmten Kaninchenuterus in der durch Sauerstoffmangel-Versuche abgegrenzten störungsempfindlichen Phase der frühen Wirbelsäulenanlage (8. — 10. Tag der Embryonalentwicklung) ergab eine bevorzugte Schädigung des axialen Skeletsystems in Abhängigkeit von den verschiedenen, die Wirbelsäule gestaltenden Induktionsvorgängen und von dem im cranio-caudaler Richtung voranschreitenden sensiblen axialen Gradientengefälle. Röntgenbestrahlung (Hautdosis 250 r) entfaltet eine wesentlich intensivere teratogene Wirkung auf frühe Stufen der Embryonalentwicklung als durch Sauerstoffmangel-Einfluß erreicht werden kann; dies betrifft sowohl die Hemmung der Wirbelsäulenentwicklung, als auch die Schädigung weiterer Organanlagen (ZNS, Augen, Nieren, Gallenblase etc.).